Baut auf euer Immunsystem!
Meist sind wir gesund und machen uns über unser Immun­sys­tem keine großen Gedanken. Erst wenn sich erste Symp­tome zeigen, denken wir daran, unseren Kör­p­er bei der Krankheitsab­wehr zu unter­stützen. Dabei soll­ten wir aber auch schon präven­tiv unsere kör­pereige­nen Abwehrkräfte stärken und den Krankheit­ser­regern erhe­blich das Leben erschw­eren, damit es erst gar nicht zu ein­er Infek­tion kommt.

Seit ca. 700 Mil­lio­nen Jahren entwick­eln Pflanzen Strate­gien gegen schädliche Umwel­te­in­flüsse. Sie pro­duzieren Wirk­stoffe, um sich vor zu stark­er Sonnene­in­strahlung, Aus­trock­nung, Bak­te­rien, Viren oder Pilzbe­fall zu schützen. Diese Pflanzen, bess­er gesagt deren Wirk­stoffe, kön­nen wir uns zunutze machen. Für die antibi­o­tis­che und antivi­rale Wirkung sind in erster Lin­ie ätherische Öle, Polyphe­nole, Bit­ter- und Gerb­stoffe ver­ant­wortlich. Nutzen wir diese pflan­zlichen Helden, stärken wir in Folge auch unser Immunsystem.

Polyphenole

Zu den Polyphe­nolen gehören eine Rei­he bekan­nter (Blüten-) Farb­stoffe oder Flavonoide, wie zum Beispiel Antho­cyane, das sind wasser­lös­liche Pflanzen­farb­stoffe, z.B. im Dunkel­blau von Holunder‑, Aro­nia- oder Hei­del­beeren oder das Resver­a­trol in der Schale der roten Wein­trauben oder in Him­beeren. Bei­de besitzen starke antiox­ida­tive Eigen­schaften und bekämpfen so freie Radikale auch in der Haut. Damit schützt es sie vor den Schä­den, die die freien Radikale an den Hautzellen und der Haut­bar­riere anricht­en und regen gle­ichzeit­ig die Kol­la­gen-Syn­these an (Anti-Aging-Effekt). Eben­so schützen sie die Haut vor Schä­den durch UV-Strahlung und wirken entzün­dung­shem­mend. Klingt logisch, wenn man weiß, dass die Pflanze diese natür­lichen Abwehrkräfte entwick­elt hat, um sich selb­st vor zuviel Umwelt­stress, Sonnene­in­strahlung und gegen Schädlinge zu schützen.

Was die Polyphe­nole für mich beson­ders inter­es­sant macht, ist die Tat­sache, dass sie auch wie natür­liche Antikör­p­er bei uns Men­schen wirken.

Der Kör­p­er kann mit Hil­fe von eige­nen Antikör­pern das Andock­en und Ein­drin­gen von „bösen” Bak­te­rien oder Viren in die men­schliche Zelle ver­hin­dern. So ver­hält es sich auch mit den Polyphe­nolen: Sie heften sich an die Pro­teine der „Feinde” und ver­hin­dern somit das Anheften und Ein­drin­gen der Bak­te­rien oder Viren in unsere Zelle. Dadurch sinkt das Risiko ein­er Infektion. 

Im Zuge der Recherche zu mein­er Diplo­mar­beit bin ich auf Stu­di­en gestoßen, die nach­weisen, dass das Gurgeln die Infek­tiosität von SARS-CoV­‑2 nach ein­er Minute Einwirkungszeit durch Grün­er Tee und Granat­apfel­saft um 80 %, durch Aro­ni­asaft um 97 % senken kön­nen. Für Sal­beiex­trakt ist die Wirk­samkeit gegen Grippe- und andere Coro­n­aviren nachgewiesen; damit ist mit hoher Wahrschein­lichkeit auch die Wirk­samkeit gegen SARS-CoV­‑2 gegeben. Vor­beu­gend, nicht heilend. // Eine Imp­fung erset­zt diese Erken­nt­nis jedoch nicht!

Quelle: www.krankenhaushygiene.de/pdfdata/2020_12_02_Empfehlung-viruzides-gurgeln-nasenspray.pdf

Tausendsassa
Vitamin C

Spätestens seit der por­tugiesis­che Seefahrer Vas­co da Gama in den Jahren 1497 bis 1499 auf der Fahrt von Liss­abon nach Indi­en rund zwei Drit­tel sein­er 160-köp­fi­gen Besatzung durch Sko­r­but ver­lor, wis­sen wir, wie wichtig frisches Obst und Gemüse für den men­schlichen Kör­p­er ist. Das Fehlen von Ascorbin­säure (lat. acidum = Säure; ascor­bium = gegen Sko­r­but), auch Vit­a­min C genan­nt, war die vorherrschende Todesur­sache der Seeleute.

Vit­a­min C ist also essen­ziell und kann vom men­schlichen Kör­p­er nicht selb­st hergestellt und auch nicht gespe­ichert wer­den. Ein Über­schuss davon wird aus­geschieden. Vit­a­min C regelt viele Stof­fwech­sel­prozesse im Kör­p­er und ist ein wichtiges Antiox­i­dans, das die über­mäßige Bil­dung hochak­tiv­er freier Radikalen reduziert. Das bedeutet, es schützt die Zellen im Kör­p­er vor diesen freien Radikalen, die bei Infek­tion­skrankheit­en meist mit mas­siv­en Entzün­dung­sprozessen ein­herge­hen. 

Vit­a­min C kommt natür­lich in vie­len Obst und Gemüs­esorten vor. Die Annahme, dass Zitrusfrüchte den höch­sten Vit­a­min C‑Gehalt haben, hält sich hart­näck­ig. Dieser Mythos ist aber nicht richtig, Zitro­nen und Orangen liegen sog­ar weit hin­ten im Vit­a­min C‑Ranking.

Vit­a­min C Gehalt im Ver­gle­ich in mg pro 100 g ess­baren Anteils (Mit­tel­w­erte):
- Acero­la: 1.700 mg
- Hage­butte: 1.250 mg
- Sand­dorn: 450 mg
- Brennnes­sel: 333 mg
- Gier­sch: 201 mg
- Schwarze Johan­nis­beere: 177 mg
- Peter­silien­blatt roh: 166 mg
- Bärlauch/Heidelbeeren: 150 mg
- Vogelmiere: 115 mg
- Gänse­blüm­chen: 87 mg
- Löwen­zahn: 68 mg
- Zitrone: 53 mg
- Orange: 50 mg

Vit­a­min C kurbelt auf ver­schieden­ste Weise unser Immun­sys­tem an: Es regt die Beweglichkeit und die Aktiv­ität von weißen Blutkör­perchen an, die Viren und Bak­te­rien abtöten und hil­ft so, infizierte Zellen zu eli­m­inieren. Zusät­zlich erhöht es die Ver­mehrung von Antikör­pern, die für die Immunab­wehr zuständig sind. Weit­ers spielt es auch eine wesentliche Rolle bei der Ent­gif­tung des Kör­pers von Pes­tiziden, Schw­er­met­allen, Alko­hol oder Zigaret­tengift. Rauch­er haben dadurch einen sehr niedri­gen Vit­a­min C Spiegel.

Zink

Das Spurenele­ment Zink ist Bestandteil von ca. 10% des men­schlichen Pro­teoms und wichtig für die Zell­teilung. Es wirkt antivi­ral und steigert merk­lich die Pro­duk­tion und Aktivierung von Immun­zellen gegen bak­terielle und vor allem virale Infek­te. Ein Man­gel kann viele Beschw­er­den verur­sachen, unter anderem Hau­tun­rein­heit­en und Ekzeme, brüchige Haare und Nägel, schlecht heilende Wun­den, Wach­s­tumsstörun­gen, Prob­leme bei der Fortpflanzung oder häu­fig wiederkehrende Infek­te. Pop­u­la­tio­nen mit Zink Man­gel haben ein erhöht­es Risiko für HIV und Hepati­tis C. 

Dieses essen­zielle Min­er­al find­en wir in Nüssen, Erb­sen, Lin­sen, Mais, Top­inam­bur, Stein­pilzen, Krause Glucke sowie in der schwarzen und roten Johan­nis­beere, Sand­dorn, Brombeeren, Huflat­tich, Spitzwegerich, Echter Eibisch, Gold­nes­sel, dem weißen Gänse­fuß und der Quitte. 

Selen

Das essen­zielle Spurenele­ment Selen hat eine antiox­ida­tive Wirkung und schützt vor freien Radikalen, die Krankheit­en und den Alterung­sprozess beschle­u­ni­gen. Es reg­uliert den Schild­drüsen­stof­fwech­sel und stärkt die Abwehrkräfte. Die Wirkung von Selen auf die Immu­nisierung hil­ft nicht nur gegen Infek­te, son­dern auch gegen die Bindung von gifti­gen Schw­er­met­allen und spielt eine Rolle bei Erkrankun­gen wie Dia­betes mel­li­tus oder Asth­ma bronchiale sowie bei depres­siv­en Zustandsbildern. 

Selen find­en wir im Knoblauch, Stein­pilz, Gemeine Weg­warte, Bär­lauch, Vogelmiere, Krause Glucke und Top­inabur. Vor­raus­set­zung dabei ist, dass die Pflanzen auf min­er­al­stof­fre­ichem Boden wachsen.

Mein Fazit

Die Natur hat uns großar­tige Mit­tel zur Ver­fü­gung gestellt, um unser Immun­sys­tem zu stärken und – früh genug angewen­det – möglicher­weise eine Infek­tion im Vor­feld sog­ar zu ver­hin­dern. Zusam­men­fassend kann ich sagen, dass ich nach diesen Erken­nt­nis­sen bei ersten Krankheitssymp­tomen nicht mehr sofort in die Apotheke laufe. Mein Sal­bei, Thymi­an, etc. wird gehegt und gepflegt, mit­tler­weile stelle ich sog­ar meine eige­nen Hus­ten­bon­bons aus Sal­bei und Thymi­an her und beim Kochen würzen wir mit Gier­sch- oder Ringelblumensalz.

Ich denke, dass eine zusät­zliche Por­tion Glaube an die Kraft der Kräuter diesen Effekt noch ver­stärken kann. Ich möchte jed­er Leserin und jedem Leser ans Herz leg­en, diese Möglichkeit­en ein­mal auszubro­bieren. Das Schöne dabei ist: Wir kön­nen nichts verkehrt machen, da es so gut wie keine Neben­wirkun­gen, vor allem aber keine Resisten­zen gibt!

Tritt keine Besserung ein, ist freilich das Kon­sul­tieren ein­er Ärztin / eines Arztes drin­gend anzuraten.

„Wenn die Menschen das Unkraut nicht nur ausreißen, sondern einfach aufessen würden, wären sie es nicht nur los, sondern würden auch noch gesund.”

→ Zitat von Johann Künzle, schweizer Kräuterpfarrer und Publizist